LEITFADEN FÜR ÄRZTE

WAS SIE ALLES WISSEN MÜSSEN?
ALLE INFOS FÜR ÄRZTE AUS DEM AUSLAND

 Auf dieser Seite haben wir Ihnen, Ärzten aus dem Ausland, die wichtigsten Informationen und häufig gestellte Fragen zusammengefasst, um Ihnen den Neustart zu vereinfachen. 

Wenn Sie in der Bundesrepublik Deutschland den ärztlichen Beruf ausüben wollen, benötigen Sie hierzu die Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsausbildung durch die Approbation oder die Berufserlaubnis nach § 10 Bundesärzteordnung (BÄO). Diese kann bei jeder Regierung in Deutschland beantragt werden. Wohnen Sie zum Beispiel in Rheinland-Pfalz, wäre das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung für Sie zuständig. Welche Regierung für Sie zuständig ist, finden Sie hier.

Die Approbation gilt deutschlandweit und ist zeitlich nicht befristet.

Die vorübergehende Berufserlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs gilt in der Regel für zwei Jahre und nur in dem Bundesland, in dem sie ausgestellt wurde. Leider können diese zwei Jahre nicht für die Facharztweiterbildung anerkannt werden.

Neben dem Antragsformular werden folgende Unterlagen benötigt: (Diese variieren von Bundesland zu Bundesland, die genaue Checkliste finden sie bei der für Sie zuständigen Behörde)

Bitte beachten Sie, dass dies ein Beispiel von der Zentralen Anerkennungsstelle für approbierte Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen ist.

  1. Schriftlich, persönlich unterschriebener Antrag in deutscher Sprache
  2. Schriftliche, formlose Erklärung mit folgendem Wortlaut: „Hiermit erkläre ich, dass ich nicht vorbestraft bin und dass weder ein gerichtliches Strafverfahren noch ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren gegen mich anhängig ist.“ (Datum und Unterschrift) oder entsprechender Vordruck
  3. Schriftliche, formlose, persönlich unterschriebene Erklärung, dass Sie in der Bundesrepublik Deutschland noch kein Medizinstudium begonnen haben und nicht endgültig durch die ärztliche Vor-/Prüfung gefallen sind (Datum und Unterschrift; Anlage 2 – DS)
  4. Aktueller, tabellarischer, persönlich unterschriebener Lebenslauf (darin sind Studium und der berufliche Werdegang lückenlos darzustellen)
  5. Identitätsnachweis (z. B. Reisepass oder Ausweis). Der Nachweis soll mindestens den Namen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und ein Lichtbild enthalten; Daten, die nicht zur Identifizierung benötigt werden, können auf der Kopie geschwärzt werden
  6. Geburtsurkunde / Auszug aus dem Familienbuch
  7. Bei Namensänderung: Nachweis / Urkunde über die Änderung des Namens 
  8. Aktueller Aufenthaltstitel
  9. Glaubhaftmachung der beabsichtigten Tätigkeitsaufnahme im Land Nordrhein-Westfalen (Dieser Nachweis kann beispielsweise durch die Vorlage einer Anstellungsbestätigung eines Krankenhauses oder einer Praxis im Land NRW oder analoge Nachweise, die die beabsichtigte Aufnahme einer Berufstätigkeit im Land NRW nachvollziehbar belegen können, erbracht werden.)
  10. Bei bereits längerem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten in Deutschland zusätzlich ein Führungszeugnis der Belegart „O“ gem. § 30 Abs. 5 BZRG. Es ist zu beantragen beim zuständigen Einwohnermeldeamt. Bitte unbedingt den Verwendungszweck „Dezernat 24 – Approbationen – DS“ sowie die Adresse der zuständigen Bezirksregierung angeben
  11. Aktuelle ärztliche Bescheinigung über Ihre gesundheitliche Eignung zur Ausübung Ihres Berufs (die Bescheinigung darf nicht früher als drei Monate vor Antragstellung ausgestellt worden sein)
  12. Strafregisterauszüge aus allen Ländern, in denen Sie innerhalb der letzten 5 Jahre wohnhaft waren (die Bescheinigung darf bei der Ausreise aus dem jeweiligen Land nicht älter als drei Monate sein)
  13. Bescheinigung der obersten Gesundheitsbehörden aus den Ländern, in denen Sie bereits ärztlich/zahnärztlich/pharmazeutisch tätig geworden sind, dass keine berufs- oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen gegen Sie getroffen oder eingeleitet wurden (sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung)
  14. Bescheinigung der obersten Gesundheitsbehörde aus Ihrem Heimatland/Studienland, dass Sie zur uneingeschränkten Ausübung des Berufes berechtigt sind
  15. Bescheinigung über ausreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift eines Sprachinstitutes, Stufe B 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmes für Sprachen (GER) – diese Bescheinigung ist zur Anmeldung zur Fachsprachenprüfung erforderlich
  16. Nachweise über die abgeschlossene Ausbildung:
    a. Diplom
    b. detaillierte Fächerauflistung, mit Angabe der pro Fach gelehrten Stundenzahl
    c. Fächer- und Notenübersicht
    d. Nachweis über die Ableistung der praktischen Ausbildung.
  17. Nachweis über eine Anerkennung der Ausbildung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat, falls vorhanden
  18. Sofern eine gutachterliche Überprüfung der absolvierten Ausbildung erfolgen soll und diese auch möglich ist (Anm.: Dies gilt nicht bei einem Verzicht auf die Begutachtung):
    a. Vorlage des für Ihren Studienzeitraum gültigen Lehrplanes, Curriculum, Syllabus etc., aus denen Inhalte, Art und Weise von deren Vermittlung sowie Häufigkeit, Art und Weise der Prüfungen hervorgehen
    b. Programmablauf zum Nachweis über die Ableistung der praktischen Ausbildung
    c. Qualifizierte Dienstzeugnisse über die bisher ausgeübten Tätigkeiten mit amtlich beglaubigten Kopien der Übersetzungen
    d. Teilnahmebescheinigungen über besuchte Fortbildungen, falls vorhanden
    e. Kostenübernahmeerklärung für die Anfertigung eines Gutachtens über die Gleichwertigkeit der erworbenen ärztlichen/zahnärztlichen/pharmazeutischen Ausbildung gegenüber der deutschen ärztlichen / zahnärztlichen / pharmazeutischen Ausbildung

Die unter den Nummern 12, 13, 14, 16, 17, 18 und 19 b, c + d benannten Dokumente sind in Form einer qualifizierten Übersetzung vorzulegen. Forderungen, wie diese Übersetzungen aussehen müssen finden Sie auf der Seite der zuständigen Behörde. Das Dokument Nummer 19 a kann ausnahmsweise in englischer Sprache vorgelegt werden (in Form einer qualifizierten Übersetzung oder als Originalausfertigung der ausstellenden Institution).

Die unter den Nummern 6, 7, 8, 9, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18 und 19 a, b, c + d genannten Dokumente sind als amtlich beglaubigte Kopie vorzulegen.Weitere Infos hierzu finden Sie hier.

Wichtig: Das Merkblatt zur Beantragung der Approbation / Berufserlaubnis finden sie auf der Website ihrer zuständigen Behörde!

Die Blaue Karte EU wird in Deutschland ausschließlich von den Ausländerbehörden ausgestellt. Visumpflichtigen Drittstaatlern wird für die Einreise in den Fällen, in denen ein Anspruch auf die Erteilung der Blauen Karte EU besteht, ein nationales Visum zur Beschäftigungseinreise von der jeweils zuständigen deutschen Auslandsvertretung erteilt. Das Visum wird nach der Einreise von der zuständigen Ausländerbehörde durch eine Blaue Karte EU ersetzt. Informationen zur Blue Card, dessen Anforderungen und Beantragung finden Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amts. 

In sogenannten Mangelberufen, in denen es in Deutschland eine hohe Anzahl unbesetzter Stellen gibt, liegt die Gehaltsuntergrenze bei 43.056 Euro (2020). Dies gilt z. B. für Ärztinnen und Ärzte. Um Missbrauch auszuschließen, findet in diesem Fall eine Vergleichbarkeitsprüfung in Bezug auf die Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeit und Gehalt durch die Bundesagentur für Arbeit statt. 

Ärzte, die nicht aus einem EU-Land kommen erfüllen auch die Voraussetzungen um die Blue Card EU zu beantragen, sofern sie eine tarifkonforme Vergütung in einer ganztägigen Beschäftigung erhalten.

Weitere Informationen zum Auswätigem Amt finden Sie hier.

In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. Welche Krankenkasse Sie wählen, bleibt Ihnen selber überlassen. Sie können zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen.

Sobald Sie die Versicherungspflichtgrenze überschreiten, haben Sie die Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. In 2018 beträgt diese 5.212,50 Euro. monatlich bzw. 62.550 Euro jährlich. In 2021 wird sie auf 64.350 Euro brutto im Jahr bzw. 5.362,50 Euro brutto im Monat steigen. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/gkv.html

Den Antrag auf Rentenversicherung können Sie bei Ihrer jeweiligen Bezirksregierung vornehmen.
Sie bekommen automatisch eine Lohnsteuer-ID zugesandt, sobald Sie einen Wohnsitz bei der Meldebehörde der örtlichen Gemeinde angemeldet haben.

Näheres dazu finden Sie auf den FAQ-Seiten des Bundeszentralamtes für Steuern.

Der Zahlungsverkehr in Deutschland wurde auf SEPA umgestellt. Sie können auch ein Konto im EU-Ausland benutzen um Ihr Gehalt zu erhalten, jedoch könnte es bei der Barabhebung und der Beschaffung von Kontoauszügen zu erheblichen Mehrkosten kommen. Daher empfehlen wir Ihnen, sich eine Bankverbindung in Deutschland zu beschaffen.

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